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Parallelweltcup Podium 2009
Im wohl spannendsten Saisonfinale der Geschichte des LG Snowboard FIS Weltcup sind heute im letzten Rennen des Winters die letzten Entscheidungen gefallen. In einem wahren Herzschlagfinale holte Amelie Kober im italienischen Valmalenco dank ihres vierten Saisonsieges in Folge den Parallel Weltcup-Titel.
Im Finale der Damen verwies die 21-jährige Deutsche Carolin Calve (CAN)
auf den zweiten Platz. Als Dritte verpasste Doris Günther (AUT) zwar
den Parallel Weltcup, konnte aber dennoch über die große Kristallkugel
für den Gesamt Weltcup jubeln. Der Tagessieg bei den Männern ging an
Jasey-Jay Anderson (CAN), der wie schon in La Molina eine Woche zuvor
im Finale Benjamin Karl (AUT) bezwingen konnte. Dritter wurde Siegfried
Grabner, der sich damit den Parallel und Gesamt Weltcup-Titel sicherte.
In allen drei Entscheidungen um die Kristallkugel ging es dabei denkbar
knapp zu. Denn vor dem abschließenden Parallel Riesenslalom trennten
die bis dato Führende im Parallel Weltcup Doris Günther und Amelie
Kober gerade einmal 232 Punkte. Als die Deutsche ihre Konkurrentin um
den Titel dann im direkten Halbfinal-Duell hinter sich gelassen hatte,
musste die Österreicherin Dritte werden, um noch Chancen auf die
Kristallkugel zu haben. Allerdings würde der dritte Platz nichts
nutzten, sollte die Deutsche erneut gewinnen.
Im kleinen Finale bewies Günther dann Nervenstärke, indem sie ihre
Patzer und die dafür erhaltene Penaltytime aus dem ersten Run gegen
ihre Teamkollegin Claudia Riegler aufholte und als Erste über die
Ziellinie ging. Somit hatte Kober im Finale das Heft selbst in der
Hand: „Ich wollte eigentlich nicht wissen, wie der Kampf um Platz drei
ausgegangen ist. Dann hat man mir aber gesagt, dass Doris (Günther)
gewonnen hat. Also musste ich gewinnen.“
Podium von Valmaalenco
Mit dieser Gewissheit zeigte die Miesbacherin dann das erste Mal an
diesem Tag Unsicherheiten und verspielte zunächst die Führung auf
Caroline Calve aus Run eins von 24 Hundertstel, profitierte am Ende
aber auch von Fehlern ihrer Gegnerin. Im letzten Drittel des
„Barchi“-Kurses hatte sich der Motorradfan dann aber wieder gefangen
und fuhr souverän zum fünften Saisonsieg und damit auch zum ersten
Parallel Weltcup-Titel für Deutschland. „Ich kann das noch gar nicht
glauben. Die Anspannung war die ganze Zeit so hoch. Ich habe ja die
letzten Tage permanent daran gedacht und gerechnet. Ich war so nervös,
habe heute so gezittert, aber es hat geklappt“, so die überglückliche
Siegerin des heutigen Rennens und dominierende Fahrerin der zweiten
Saisonhälfte.
Dem ersten Abschnitt der Saison hatte zuvor Doris Günther ihren Stempel
aufgedrückt, die am Ende mit 6.070 Punkten nur 162 Punkte hinter Kober
(6.232) Zweite im Weltcup wurde. „Ich bin aber nicht enttäuscht. Ich
habe ja zuletzt gemerkt, dass ich körperlich nicht mehr so fit bin. Ich
habe heute zwar noch einmal alles herausgeholt, konnte aber Amelie
(Kober) im Halbfinale nichts entgegensetzen. Sie war einfach zu stark.“
Zudem konnte sich die 30-Jährige aus Zell am See mit dem Sieg im Gesamt
Weltcup trösten: „Das ist schon eine super Entschädigung. Außerdem
haben wir heute eine echt gute Show geboten.“